Medienanstalt Sachsen-Anhalt plant dramatische Kürzungen beim Offenen Kanal Magdeburg
Um rund 46.000 Euro soll das Budget des Magdeburger Bürgersenders im kommenden Jahr gekürzt werden. Dies bedeutet den Verlust einer ganzen Personalstelle sowie weitere Kürzungen des Haushaltes um 5%, das sind 8.000 Euro. Werden die noch verbleibenden 2 1/2 Stellen nicht noch weiter gekürzt, bleiben dem Offenen Kanal Magdeburg nach Abzug aller fixen Kosten im Bereich Geschäftsbedarf, Kommunikation, Reisekosten, Öffentlichkeitsarbeit und Geräte/Anschaffungen für das gesamte Jahr 2012 noch 500 Euro zur Verfügung. Die Kürzungen werden erhebliche Auswirkungen auf die Unterstützung von Nutzerinnen und Nutzern sowie auf das Programm des Bürgersenders haben. Auch der Jugendvideopreis Sachsen-Anhalt, der jährlich von den Offenen Kanälen in Sachsen-Anhalt unter Federführung des Offenen Kanals Magdeburg veranstaltet wurde, wird vermutlich nicht mehr stattfinden können. Der Verein wird keinerlei Eigenmittel mehr haben, um sich an der Finanzierung zu beteiligen. Auch den anderen Offenen Kanälen in Sachsen-Anhalt geht es kaum besser.
Die Kürzungen übertreffen die schlimmsten Befürchtungen des Trägervereins. Mit den Kürzungen wird ein Leuchtturmprojekt im Bereich Bürgerbeteiligung und Medien so stark beschädigt, dass zur Zeit unklar ist, wie der Offene Kanal Magdeburg perspektivisch weiterarbeiten wird. Im Offenen Kanal Magdeburg waren seit seinem Bestehen mehr als siebentausend Bürgerinnen und Bürger Magdeburgs aktiv und haben die Produktions- und Sendetechnik des Offenen Kanals Magdeburg genutzt, um nach eigenen Vorstellungen Programm zu machen. Zudem führt der Verein zahlreiche Videoprojekte mit Schulen und anderen Kooperationspartnern im Bereich politische, kulturelle und Medienbildung durch, für die er mehrere auch bundesweite Auszeichnungen erhalten hat.
Entgültig wird die Versammlung der Medienanstalt am 6. Dezember über den Haushalt entscheiden. Der Vorstand des Offenen Kanals Magdeburg appelliert an die Mitglieder der Versammlung, den Entwurf nicht zu verabschieden. "Hier wird die Axt an einen Bürgersender angelegt, der zu den erfolgreichsten in Sachsen-Anhalt gehört" sagt Sigrid Kubica, Vorsitzende des Trägervereins Offener Kanal. Das allenthalben geäußerte Bekenntnis zu Offenen Kanälen und zum Offenen Kanal Magdeburg, wie es noch auf der Tagung "Bürger Macht Medien" der Friedrich-Ebert-Stiftung im Oktober diesen Jahres von Entscheidungsträgern aus der MSA geäußert wurde, erscheint im Lichte der jetzt beschlossenen Kürzungen weitgehend als Lippenbekenntnis." Unfassbar sei es zudem, "dass in einer Zeit, in der allenthalben von der Bedeutung von Medienkompetenz die Rede ist, mit den Kürzungen im Offenen Kanal Magdeburg, aber auch bei den anderen Offenen Kanälen in Sachsen-Anhalt Einrichtungen schwer beschädigt werden, die seit nunmehr zehn Jahren eine höchste erfolgreiche und kontinierliche Medienarbeit mit zahlreichen Bevölkerungsgruppen leisten."